Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Verantwortliche der P & R -Gruppe

18.05.2018

Wir hatten bereits im März 2018 über die P&R-Insolvenz und deren Folgen berichtet. Inzwischen ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft, weil bei P&R offenbar die Verkaufszahlen frisiert worden sind. Darüber berichten aktuell unter anderem Spiegel online und WirtschaftsWoche.

Fast eine Million Container nicht vorhanden

Danach sollen nach der bisherigen Bestandsaufnahme des Insolvenzverwalters Michael Jaffé ca. zwei Drittel der Schiffscontainer, die der P&R von Anlegern abgekauft wurden, gar nicht vorhanden sein. Es sollen also fast eine Million Container an etwa 54.000 Anleger verkauft worden sein, die es überhaupt nie gab.

Dementsprechend hat die zuständige Staatsanwaltschaft München I nun Ermittlungen gegen aktuelle und ehemalige Geschäftsführer wegen Betrugsverdachts und möglicher anderer in diesem Zusammenhang begangener Straftaten aufgenommen.

Fehlbestand bei Containern soll sich seit 2007 aufgebaut haben

Wie weiter berichtet wird, stehen den rund 54.000 Anlegern nur etwa 600.000 Container gegenüber, obwohl den Anlegern insgesamt rund 1,6 Millionen Container verkauft wurden. Dieser Fehlbestand soll sich seit dem Jahr 2007 sukzessive aufgebaut haben. Sämtliche Angaben müssten allerdings noch überprüft werden.

Staatsanwaltschaft bildet Arbeitsgruppe „Container“

Da diese Ermittlungen einen extrem großen Umfang haben, wurde bei der Staatsanwaltschaft eine Arbeitsgruppe „Container“ gebildet.

Dem Insolvenzverwalter zufolge soll P&R Container veräußert haben, um die Mieten zu zahlen und die Stahlboxen von Anlegern zurückkaufen zu können. Die Anleger sollen zu einem Großteil seit Jahrzehnten in P&R investiert haben und mehr als die Hälfte der Anleger sollen über 60 Jahre alt sein.

Der Insolvenzverwalter Jaffé teilte mit, dass trotz der enormen Differenz zwischen verkauften und vorhandenen Containern die vorhandenen Container einen substantiellen Wert darstellen würden und rief die Anleger dazu auf, sich im eigenen Interesse rational zu verhalten, was er auch immer damit meint.

Anleger können nur mit einem Bruchteil des eingezahlten Geldes rechnen

Aufgrund der jetzt nach und nach ans Licht kommenden Situation dürfte allerdings klar sein, dass die Anleger als Ergebnis der Insolvenz nur mit einem Bruchteil ihres eingezahlten Geldes rechnen können.

Daher erscheint es umso wichtiger, dass geschädigte Anleger ihre Rechte prüfen lassen. Insbesondere ist darauf zu achten, ob zum Erwerb der Beteiligung mit falschen oder unvollständigen Aussagen beraten wurde. Dann können Ansprüche gegen den Berater geltend gemacht werden und eine Als Rückabwicklung bezeichnet man den Zustand, der erreicht wird, wenn der Kapitalanleger so gestellt wird, wie er stehen würde, wenn er sich an der Kapitalanlage nie beteiligt hätte.
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Rückabwicklung
des Geschäfts ist möglich.