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Vorsicht mit Binären Optionen und unseriösen Handelsplattformen

HEE Rechtsanwälte aus Berlin werden derzeit zunehmend von Mandanten beauftragt, die teils erhebliche Geldbeträge im Handel mit Binären Optionen verloren haben. In diese Fälle involviert sind oftmals unseriöse Trading-Plattformen mit Sitz im Ausland, bei denen die Trader unsere Mandanten telefonisch zu immer höheren Einsätzen gedrängt haben.

In diesem Zusammenhang wurde mit lukrativen Bonus-Zahlungen geworben. Bei entsprechenden Geschäften ist große Vorsicht geboten, da ein Nachweis einer Fehlberatung oft schwer zu führen ist. Allerdings bestehen Handlungsmöglichkeiten, wenn im Vorfeld der Trades falsche Angaben gemacht wurden oder der generelle Verdacht besteht, dass die gewählte Handelsplattform betrügerisch agiert. Oftmals entscheidet auch das Kleingedruckte darüber, inwiefern es Handlungsmöglichkeiten gibt. Lassen Sie sich als Betroffener oder wenn Sie das Gefühl haben, mit der gewählten Handelsplattform könnte etwas nicht stimmen, gerne von HEE Rechtsanwälte beraten und bei Bedarf auch vertreten.

Nachstehend erfahren Sie mehr über Binäre Optionen und die Hintergründe bzw. Fakten, mit denen eine Vielzahl unserer Mandanten konfrontiert ist.

Hintergrund: Was sind Binäre Optionen?

Binäre Optionen sind – vereinfacht gesagt – Finanzgeschäfte, bei denen darauf gesetzt wird, ob ein bestimmter Wert fallen oder steigen wird. Dabei kann es sich beispielsweise um einen steigenden oder fallenden Aktienkurs respektive Aktienindex wie den DAX, Wetterdaten, Währungen und zahlreiches mehr handeln. Das Besondere an diesem Finanzprodukt ist, dass es für den Anleger ausschließlich ein Entweder-Oder gibt. Denn entweder macht der Anleger mit seinem Einsatz Gewinn oder er verliert den kompletten Einsatz.

Was hat es mit den oft angesprochenen „Bonus-Zahlungen“ auf sich?

Trading-Plattformen werben oft damit, dass für die ersten Einzahlungen ein Bonus in identischer Höhe gewährt wird. Für eine Einlage von 10.000 € würde der Anleger von der Plattform weitere 10.000 € für Trades erhalten. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass auf solche Boni ein Auszahlungsanspruch in der Regel nur dann besteht, wenn die Bonus-Summe vielfach (häufig um das 25- bis 40-fache) in Trades umgesetzt wurde. Nach diesem Sachverhalt, der sich im Kleingedruckten wiederfindet, ist es dann tatsächlich so, dass der Anleger trotz Bonus-Gewährung nicht vor Verlusten geschützt ist, auch wenn dies im Gespräch mit dem Trader oftmals suggeriert wird.

Problematik: Verführung zu hohen Einzahlungen

Bei unseren Mandanten war häufig der Fall, dass die Anleger von entsprechenden Tradern insbesondere im persönlichen Kontakt dazu verführt wurden, hohe Summen einzuzahlen und in Trades umzusetzen. Verleitende Argumentationen bezogen sich sowohl auf die vermeintlichen Bonus-Zahlungen als auch darauf, dass es sich um eine defensive/“conservative“ Form der Anlage handele.

Rechtliche Handlungsmöglichkeiten nach gescheiterter Anlage?

Ein Anleger hat dann die Möglichkeit, das in Trades verlorene Geld zurückzuerhalten, wenn eine fehlerhafte Beratung nachgewiesen werden kann. Es dürfte allerdings schwerfallen, diesen Nachweis zu führen. Einerseits liegen Protokolle der Telefonate nicht vor, andererseits sitzt der jeweilige Ansprechpartner oftmals gar nicht in Deutschland.

Ein möglicher Ansatzpunkt können die Zahlungswege der eingesetzten Anlegegelder sein. In einigen AGB von Tradern finden sich Klauseln über die Beschränkung von Kreditkartenzahlungen, die zugunsten der Anleger genutzt werden können. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, ob diese Klauseln tatsächlich rechtlich nutzbar sind, um einen Verlust rückgängig zu machen. Denn grundsätzlich gilt, dass es sich bei Binären Optionen um Hochrisikogeschäfte handelt, bei denen immer das Risiko eines Totalverlustes besteht, was Anlegern auch stets bewusst sein sollte.

Wurden im Vorfeld der Trades falsche Angaben gemacht oder besteht generell der Verdacht, dass es sich um eine betrügerische Plattform handelt, sollten Sie sich als Anleger anwaltlich beraten lassen. Wir von HEE Rechtsanwälte prüfen ganz individuell Ihre Möglichkeiten, das eingelegte Geld zurückzuerhalten.



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