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UniImmo: Global geschlossen

Zwischenzeitlich ist auch der ehemals offene Fonds UniImmo Global (ISIN DE0009805556) zumindest vorübergehend geschlossen worden. Dies hat die Union Investment Real Estate GmbH, welche eine Anlagegesellschaft der Volksbanken ist, entschieden. Hintergrund ist die Tsunami- und Atom-Katastrophe in Japan. Der Investmentfonds UniImmo Global ist mit ca. 14% seines Fondsvermögens in Japan investiert. Fondsanteile werden mit einem Abschlag noch an der Börse gehandelt. Hierüber haben z.B. bereits Spiegel Online und Stiftung Warentest berichtet.

Die Berliner Volksbank hat ihre Kunden für die Fondsgesellschaft Union Investment informiert und teilt vernünftigerweise einleitend mit, dass ihr Mitgefühl zunächst den von der Katastrophe unmittelbar betroffenen Menschen in Japan gilt. Die Berliner Volksbank teilt weiter mit, dass die Fondsgesellschaft Union Investment Real Estate GmbH vor Ort mit den Sachverständigen für die Immobilienbewertung Rücksprache gehalten habe. Ergebnis der Anfrage sei, dass es aktuell nicht möglich ist, die Immobilien in Japan zu bewerten und damit eine ordnungsgemäße Ermittlung des Anteilswerts für den Fonds nicht durchgeführt werden könne. Die Fondsgesellschaft sehe sich daher gezwungen, auf Basis des Investmentgesetzes und der Allgemeinen Vertragsbedingungen des Fonds, die Rücknahme von Anteilen am 17.03.2011 auszusetzen. Diese Entscheidung sei nach Abstimmung mit der Depotbank und dem Aufsichtsrat der Union Investment Real Estate GmbH getroffen und anschließend der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitgeteilt worden. Zu der Frage wann mit der Öffnung des Fonds zu rechnen ist, wird leider nicht mitgeteilt.

Es gibt weitere offene Immobilienfonds am Markt, die ebenfalls in Japanischen Immobilien investiert sind und teilweise sogar einen höheren Anteil an Japanischen Immobilien beinhalten als der UniImmo Global, aber dennoch nicht geschlossen wurden. Über die Notwendigkeit, den UniImmo Global wegen der Japan-Krise zu schließen, gibt es geteilte Meinungen. Die Entscheidung der Fondsgesellschaft, den Handel der Anteilsscheine des UniImmo Global einstweilen auszusetzen, bis die betreffenden Immobilien in Japan neu bewertet werden konnten, dürfte grundsätzlich zu akzeptieren sein. Für den einzelnen Anleger wird entscheidend sein, ob er bei der Beratung zum Fondserwerb von seiner Bank über die Möglichkeit der Schließung des Fonds hinreichend aufgeklärt wurde. Ist dies nicht der Fall, stehen möglicherweise Ansprüche gegen die betreffende Bank im Raum.



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