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Süddeutsche Zeitung und WELT berichten über Ermittlungen bei der apoBank

Wie sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch die WELT berichten, wird derzeit gegen Mitarbeiter der apoBank im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften speziell in Leipzig ermittelt. Wie den Berichten zu entnehmen ist, stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit der LICON Unternehmensgruppe aus Leipzig. Bei der LICON handelt es sich um einen Bauträger, der sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert hat und diese auch zu Kapitalanlagezwecken vertrieben haben soll.

Nach dem Bericht der WELT vom 25.10.2010 soll dabei den Beratern der Firma MEDICON, die den Vertrieb der Immobilien für die LICON übernommen haben soll, die Beratung von Kunden der apoBank in den Räumen der Bank gestattet worden sein. Wie die apoBank in einer Pressemitteilung vom 27.10.2010 selbst mitteilt, hat die Bank im Zusammenhang mit den Geschäften zudem Provisionszahlungen erhalten. Daneben räumt die apoBank ein, dass auch die Bereitschaft für die Übernahme von Enderwerberfinanzierungen bestand.

Der Provisionsanteil der apoBank soll sich auf 6,0 bis 8,5 Prozentpunkte belaufen haben. Insgesamt soll sich der Provisionsanteil bei den Immobiliengeschäften auf 15,0 Prozentpunkte belaufen haben.

Es stellt sich die Frage, ob durch das Vereinnahmen der Provisionszahlungen durch die apoBank ein Haftungstatbestand zugunsten der Kunden ausgelöst wird. Ein solcher Anspruch dürfte zumindest dann in Betracht kommen, wenn die Provisionszahlungen dem Kunden nicht offenbart worden sind. Sollte zudem die Beratung in den Räumlichkeiten der Bank stattgefunden haben, und die Bank ihre Rolle als reine Kreditgeberin überschritten haben, können sich auch hieraus Anspruchsgrundlagen für die Anleger ergeben.

Offen ist bislang, inwiefern den Erwerbern der Immobilien ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. Dies wird im Einzelfall zu beurteilen sein und hängt letztlich auch davon ab, welche konkreten Versprechungen im Rahmen der Beratung gemacht worden sind. Betroffene Anleger sollten zeitnah anwaltlichen Rat suchen, wenn hier Unklarheiten bestehen.



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