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Sparkasse Ulm kann zugesagtes Zinsversprechen nicht mehr einhalten

Wie das Handelsblatt berichtet kann die Sparkasse Ulm ihr im Rahmen des Produkts „Scala“ angebotenes Zinsversprechen nicht mehr halten.

Die Sparkasse Ulm hatte von 1993 bis 2005 das Produkt „Scala“ vertrieben, bei dem die Zinsen in Stufen steigen. Nach 20 Jahren sollten die Kunden dabei zusätzlich zum aktuellen Zinsniveau einen Aufschlag von 3,5% bekommen. Was für die Sparer in der aktuellen Niedrigzinsphase eine sehr attraktive Verzinsung darstellt, stellt die Sparkasse vor große Probleme.

Das Handelsblatt teilt nun mit, dass sich die Sparkasse bereits im Frühjahr an ihre Kunden gewandt hat, um die Verträge in ein vier bis fünf Jahre laufendes Produkt mit einer Verzinsung von 3,75% oder in ein sieben Jahre laufendes mit 3,25% umzuwandeln. Dies stellt zwar aktuell immer noch eine sehr gute Verzinsung dar. Vor dem Hintergrund, dass die ca. 20.000 Scala-Verträge wie bereits erwähnt zwischen 2018 und 2030 auslaufen würden, dürfte damit aber auch eine erhebliche Entlastung der Sparkasse verbunden sein. Etwa die Hälfte der Kunden soll dieses „Angebot“ bereits angenommen haben.

Die Sparkasse soll laut Handelsblatt aber auch schon mitgeteilt haben, dass Kunden die sich sträuben die Verträge gekündigt werden.

Viele Kunden sind mit diesem Vorgehen nicht einverstanden, und die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg soll bereits mitgeteilt haben, dass sie die Vorgehensweise der Sparkasse für nicht rechtens halte und zuversichtlich sei, dass Gerichte dieser Auffassung folgen werden. Selbst in der Führungsspitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) soll man wohl alles andere als glücklich über die Entwicklung in Ulm sein.

Den vollständigen Artikel des Handelsblatts finden Sie hier:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/ratgeber-hintergrund/zinsen-sparkasse-ulm-kann-versprechen-nicht-einhalten/8860480.html

In der Tat werden sich viele Verbraucher, denen ihrerseits schlecht laufende Produkte angedreht wurden (man denke an die vielen Schrottimmobilien- oder Lehman-Geschädigten) wundern, wie leicht es sich hier die Sparkasse Ulm machen will. Sie werden sich vielleicht wünschen, sie könnten nun, wo sich zeigt, dass die erworbenen Produkte schlecht laufen, auch so einfach aus diesen aussteigen. Dass dies so leicht nicht ist, wissen alle mit der Materie Beschäftigten nur zu gut.



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