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Infinus – Nur die Banken profitieren

Es handelt sich um einen der größten Anlegerskandale der letzten Jahre. Über 25.000 Anleger können nach neusten Berichten rund eine Milliarde Euro von der insolventen Firmengruppe verlangen.

Wie die Sächsische Zeitung unter Berufung auf eigene Recherchen berichtet (http://www.sz-online.de/nachrichten/schlechte-aussichten-fuer-tausende-infinus-anleger-2762547.html) wird jedoch für die geschädigten Anleger kaum etwas übrigbleiben. Dies ist umso erstaunlicher, als der Finanzgruppe Infinus mindestens 44 Immobilien in Dresden, Freital und Pirna gehören. Der Wert der Objekte soll zwischen 50 bis 60 Millionen Euro liegen.

Von den Immobilienverkäufen profitieren wohl vor allem die Banken, da nach Recherchen der Sächsischen Zeitung mindestens die Hälfte des Erlöses aus den Immobilienverkäufen an diese abfließen wird. Zu den Banken gehören dem Bericht zufolge die Deutsche Kreditbank AG in Berlin (DKB), die Volksbank Bautzen sowie der ebenfalls genossenschaftlich organisierte Immobilienfinanzierer WL-Bank in Münster.

Die Volksbank Bautzen räumte bereits ein, höchstens zehn Objekte finanziert zu haben. Die anderen Banken äußerten sich bisher nicht.

Der auf den Handel mit Versicherungen spezialisierte Finanzdienstleister Infinus hatte der Zeitung zufolge vor gut vier Jahren begonnen, verstärkt in Immobilien zu investieren.

Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft dem Finanzdienstleister vor, in Verkaufsprospekten für Wertpapiere konzerneigener Firmen unrichtige Angaben zur Vermögens- und Ertragslage gemacht zu haben. Zudem prüften die Ermittler, ob die Gruppe sich über ein Schneeballsystem finanziert habe, bei dem ausstehende Zahlungen an Anleger durch Einlagen von Neukunden finanziert worden seien.

Infinus hatte sämtliche Vorwürfe im November als haltlos zurückgewiesen. Damals mussten nach Razzien 17 der insgesamt 22 Firmen rund um die wichtigsten Gesellschaften Infinus AG Ihr Kompetenzpartner, Future Business KG auf Aktien (Fubus) sowie Prosavus AG Insolvenz anmelden.

Inzwischen sitzen fünf Manager und ein Aufsichtsrat der Firmengruppe seit fast einem Vierteljahr in U-Haft.

Das Insolvenzverfahren über 17 Infinus Firmen wird wohl im Frühjahr eröffnet.

Betroffene Anleger sind jedoch nicht zwingend schutzlos gestellt. So könnten Ansprüche gegen Vermittler und Berater in Betracht kommen.

Vermittler müssen nämlich die von ihnen empfohlene Anlage selbst detailliert überprüfen. Verletzt der Anlagevermittler in diesem Zusammenhang seine Aufklärungspflicht, macht er sich gegenüber dem Anleger schadensersatzpflichtig und hat diesem die Zeichnungssumme zuzüglich Agio und Zinsen zu erstatten.

Haben Berater und Vertrieb gegenüber den Anlegern Zusicherungen gemacht oder ihre Aufklärungspflicht verletzt, könnten auch diese persönlich haftbar gemacht werden.

Geschädigte Anleger sollten daher im Zweifel mögliche Ansprüche durch einen spezialisierten Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen lassen.



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